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Firmenwagen und die Steuer

 

Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt bekommen, den Sie auch privat sowie für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit nutzen dürfen, müssen Sie einen sogenannten geldwerten Vorteil versteuern. Sie können wählen, ob Sie ein Fahrtenbuch führen möchten oder die sogenannte Ein-Prozent-Regel anwenden, bei der eine pauschale Wertermittlung stattfindet.

 

Fahrtenbuchmethode

Bei der Fahrtenbuchmethode werden alle tatsächlichen Aufwendungen des Fahrzeugs auf die gefahrenen Kilometer verteilt.

 

Beispiel: Wenn die Aufwendungen insgesamt € 5.000,00 betragen haben und insgesamt 20.000 km gefahren wurden, ergeben sich Kosten in Höhe von € 0,25 je Kilometer (€ 5000.00 / 20.000 km). Laut Fahrtenbuch sind Sie 5.000 km privat und 10.000 km zwischen Ihrer Wohnung und Ihrer Arbeitsstätte (Erste Tätigkeitsstätte) gefahren. Daher müssen Sie eine Privatnutzung in Höhe von € 1.250,00 (5.000 km x 0,25 €/km) und für die Fahrten Wohnung/Tätigkeitsstätte € 2.500,00 (10.000 km x € 0,25) als geldwerter Vorteil versteuern. Insgesamt müssen Sie also in diesem Beispiel € 3.750,00 als Einnahme versteuern.

 

Hierbei sollten Sie bedenken, dass ein Fahrtenbuch zu führen einen nicht zu unterschätzenden Aufwand bedeutet. Regelmäßig werden Fahrtenbücher bei Steuerprüfungen verworfen, weil Sie nicht den nötigen Anforderungen genügen. Daher sollten Sie sich unbedingt eingehend mit dem Thema Fahrtenbuch auseinandersetzen und sich informieren, bevor Sie sich für diese Variante entscheiden.

 

Ein-Prozent-Methode

Die Ein-Prozent-Methode pauschaliert die private Kfz-Nutzung mit 1% des Bruttolistenneupreises im Zeitpunkt der Erstzulassung. Dies ist der Preis, den der Hersteller im Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung des Wagens einschließlich Umsatzsteuer als unverbindliche Preisempfehlung vorgesehen hatte. Preisnachlässe des Händlers bleiben unberücksichtigt.

 

Neben der Privatnutzung wird, wie auch bei der Fahrtenbuchmethode, der geldwerte Vorteile aus der Nutzung des Dienstwagens für den Arbeitsweg (Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte) versteuert. Bei der Ein-Prozent-Methode beträgt der geldwerte Vorteil für den Arbeitsweg pauschal 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer der einfachen Arbeitswegstrecke. Oder als Formel ausgedrückt:

 

Entfernungskilometer x 0,0003 x Bruttolistenpreis

 

Anstatt der Pauschalierung aller Fahrten des Arbeitsweges, haben Sie die Möglichkeit eine Einzelbewertung der Fahrten zu wählen, wenn Sie höchstens 180 Arbeitswegfahrten im Jahr hatten. Bei der Einzelbewertung müssen Sie für jede tatsächliche Fahrt (eine Fahrt besteht aus Hin- und Rückfahrt) 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer ansetzen. Die Einzelbewertung ist also vorteilhaft, wenn Sie monatlich durchschnittlich maximal 15 Arbeitswegfahrten haben. Sollten Sie mehr als 180 Fahrten im Jahr haben, ist die Pauschalierung mit 0,03 Prozent des Bruttolistenneupreises zwingend. Wenn Sie sich für die Einzelbewertung entscheiden, müssen Sie zwar kein Fahrtenbuch führen, aber Sie müssen aufzeichnen an welchen Tagen Sie mit dem Dienstwagen zur Arbeit gefahren sind. Diese Aufzeichnungen sind entweder Ihrem Arbeitgeber für den Lohnsteuerabzug vorzulegen oder mit der Einkommensteuererklärung dem Finanzamt einzureichen.

 

Beispiel:

Ein Dienstwagen hat einen Bruttolistenneupreis von € 30.000. Der Wagen darf für private Fahrten sowie für den Arbeitsweg (30 km einfache Entfernung) genutzt werden. Der Arbeitnehmer fährt jeden Monat an 5 Tagen mit dem Dienstwagen zur Arbeit und die restlichen Tage mit der Bahn.

 

Lösung:

Monatlicher geldwerter Vorteil nach der Pauschalierung:

Privatnutzung: € 30.000,00 x 0,01= € 300,00

Fahrten Arbeitsweg: € 30.000,00 x 0,0003 x 30= € 270,00

Geldwerter Vorteil gesamt: € 300,00 + € 270,00 = € 570,00

 

Monatlicher geldwerter Vorteil nach der Einzelbewertung:

Privatnutzung: € 30.000,00 x 0,01= € 300,00

Fahrten Arbeitsweg: € 30.000,00 x 0,00002 x 30 x 5= € 90,00

Geldwerter Vorteil gesamt: € 300,00 + € 90,00= € 390,00

 

Methodenwahl bei der Einkommensteuererklärung

Wenn Sie die Methode erst mit der Einkommensteuererklärung wählen, müssen Sie den geldwerten Vorteil neu berechnen und entsprechend in Ihrer Einkommenserklärung erklären. Sie müssen dem Finanzamt also erläutern, dass Ihr Bruttoarbeitslohn aufgrund der Einzelbewertung oder des Fahrtenbuches vermindert wird. Hierfür empfiehlt es sich dem Finanzamt eine Lohnabrechnung mit der bisherigen Abrechnung des Dienstwagens einzureichen. Aus dieser können Sie die Beträge entnehmen, die bisher für Ihr Fahrzeug versteuert wurden. Ihren Bruttoarbeitslohn müssen Sie um diese Beträge vermindern. Achten Sie darauf, dass Sie den Bruttoarbeitslohn um die Jahresbeträge und nicht versehentlich um die Monatsbeträge vermindern. Im Anschluss müssen Sie eine Methode wählen und den geldwerten Vorteil der sich aus dieser Methode ergibt für das Jahr ermitteln (vgl. Beispiele oben). Um diesen Betrag müssen Sie Ihren Bruttoarbeitslohn erhöhen.

 

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Herzlichst Ihr

 

Jens Scherer